Der Herr soll euch Mut geben!

Heute werden wir über die Geschehnisse aus dem 13. Kapitel des Buches Numeri sprechen.
Hochzeit Sonja Tolya 64
"Und der HERR redete mit Mose und sprach" ( Num 13:1). Daraufhin folgt uns allen bekannte Geschichte. "Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Israeliten geben will, aus jedem Stamm ihrer Väter je einen Mann, lauter Älteste" (Num 13:2).

Jetzt lasst uns diese Situation analysieren. Eine Woche vor dieser Geschichte wird Miriam für ihre Meuterei gegen Mose bestrafft. Gott lässt sie zu einer Aussätzigen werden und das Volk bringt sie für eine Woche weg von den Menschen. Dies ist das Werk Gottes, es zeigt erneut seine Kraft und seine Herrlichkeit. Danach, als Miriam wieder zurückkehrt, macht sich das Volk Israel auf den Weg und nähert sich der Wüste Paran. Der Herr sagt zum Volk, dass sie ihr Ziel fast erreicht haben. Die Aufgabe des Volkes besteht nun darin ihre Männer in das Land zu schicken, die es besichtigen und mit einer Berichterstattung zurückkommen sollen. Daraufhin soll das Volk auf weitere Anweisungen Gottes warten.

"Da entsandte Mose aus der Wüste Paran nach dem Wort des HERRN lauter Männer, die Häupter waren unter den Israeliten" (Num 13:3). Danach kommen alle Namen der 12 Männer, die das Land erkundigen gehen sollen.

Weiter können wir lesen, wie sie das Land erkundigten, wo sie waren und was sie sahen: "Und nach vierzig Tagen, als sie das Land erkundet hatten, kehrten sie um, gingen hin und kamen zu Mose und Aaron und zu der ganzen Gemeinde der Israeliten in die Wüste Paran nach Kadesch und brachten ihnen und der ganzen Gemeinde Kunde, wie es stand, und ließen sie die Früchte des Landes sehen. Und sie erzählten ihnen und sprachen: Wir sind in das Land gekommen, in das ihr uns sandtet; es fließt wirklich Milch und Honig darin und dies sind seine Früchte. Aber stark ist das Volk, das darin wohnt, und die Städte sind befestigt und sehr groß; und wir sahen dort auch Anaks Söhne. Es wohnen die Amalekiter im Südland, die Hetiter und Jebusiter und Amoriter wohnen auf dem Gebirge, die Kanaaniter aber wohnen am Meer und am Jordan" (Num 13,25-29).

Man könnte glauben die Aufgabe wurde erfüllt. Welchen Auftrag haben die Männer von Gott bekommen, dahinzugehen um Information zu beschaffen und danach zurückzukommen und Bericht abzugeben? Wenn das Kapitel so endete, dass das Volk auf Gott hörte und daraufhin in das Land Kanaan einzog, dann würden wir eine ganz andere Geschichte kennen und ihr würdet jetzt diese Verse gar nicht lesen.

Es geschah aber Folgendes: "Kaleb aber beschwichtigte das Volk, das gegen Mose murrte, und sprach: Lasst uns hinaufziehen und das Land einnehmen, denn wir können es überwältigen" (Num 13:30). Warum glaubten sie das? Weil Gott selbst das gesagt hat! Gott ist mit seinem Volk Israel, wovor sollten sie Angst haben?


"Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sprachen: Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen dies Volk, denn sie sind uns zu stark. Und sie brachten über das Land, das sie erkundet hatten, ein böses Gerücht auf unter den Israeliten und sprachen: Das Land, durch das wir gegangen sind, um es zu erkunden, frisst seine Bewohner und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von großer Länge. Wir sahen dort auch Riesen, Anaks Söhne aus dem Geschlecht der Riesen, und wir waren in unsern Augen wie Heuschrecken und waren es auch in ihren Augen" ( Num 13,31-33).

Was sollten diese Männer in erster Linie tun? Nur zwei von zwölf Männern, Kaleb und Josua Nun, sagten, dass sie die Aufgabe erfüllt haben und nun das Land erobert werden sollte. So hat es Gott gesagt. Das ist unser Land. Genau dafür hat uns Gott aus Ägypten befreit, durch so viele Schwierigkeiten und Versuchungen geführt. Wir sollten in das Land einziehen. Wir haben diese Aufgabe auch erfüllt, die uns Gott gegeben hat. Aber eins der schwerwiegenden Fehler war es, dass die verbliebenen zehn Männer, die im Land erhaltene Information analysiert haben, obwohl dies nicht ihre Aufgabe war. Diesen Auftrag hat ihnen keiner gegeben.

Und wohin hat dies geführt? Über die Konsequenzen dieser Analyse lesen wir weiter: "Da fuhr die ganze Gemeinde auf und schrie, und das Volk weinte die ganze Nacht. Und alle Israeliten murrten gegen Mose und Aaron und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: Ach dass wir in Ägyptenland gestorben wären oder noch in dieser Wüste stürben! Warum führt uns der HERR in dies Land, damit wir durchs Schwert fallen und unsere Frauen und unsere Kinder ein Raub werden? Ist's nicht besser, wir ziehen wieder nach Ägypten? Und einer sprach zu dem andern: Lasst uns einen Hauptmann über uns setzen und wieder nach Ägypten ziehen" (Num 14,1-4).

So nun, da haben wir es: Zwei Männer dafür und zehn dagegen. Man kann dies auch symbolisch sehen. Zehn Männer und zehn Stämme Israels, die uns verloren gegangen sind. Zehn Männer, die Angst bekommen haben und nach Ägypten zurück kehren wollten…

Was sollen wir aus dieser Schriftstelle lernen? Warum hat Gott sein Volk für 40 Jahre in die Wüste geschickt? Weil Bedenken und Analyse an seiner Kraft zweifeln ließen. Gerade eben noch erlebte das Volk, am Beispiel von Miriam, die unglaubliche Kraft Gottes, die sie zur Aussätzigen machte und durch welche sie daraufhin vollkommen geheilt wurde.

Es hat eine Woche gedauert bis Miriam wieder zurück zum Volk kehren durfte und 40 Jahre hat es gedauert bis das Volk in das Land einziehen konnte. Unter diesen Menschen waren auch Mose, Aaron, Kaleb und Josua Nun. Da waren also auch die Gerechten, die wahrhaftig an die Kraft und Macht Gottes glaubten. Doch die Mehrheit des Volkes hatte sich gewehrt , sie fürchtete sich und sagte, dass sie lieber in die Knechtschaft zurückkehren würde.

Als ich diese Stelle zum ersten Mal gelesen habe, habe ich es sehr bedauert, dass die Israeliten so leicht in eine Falle getappt waren. Dann sah ich aber auf mich selber und fragte mich: Bin ich etwa besser als diese Menschen? Es gibt auch in unserem Leben ähnliche Situationen. Wenn uns Gott z.B. in einen Dienst stellt, dann investieren wir viel Zeit und Arbeit darin. Doch wenn wir mit Schwierigkeiten und Problemen, die diesen Dienst betreffen, konfrontiert werden, bekommen wir Zweifel und sagen: "Stop, dieser Dienst ist nichts für mich, ich werde ihn nicht schaffen können." Sofort kommen in unseren Herzen Zweifel und Bedenken auf. Jegliche Zweifel, bezogen auf den Dienst für Gott, lassen uns immer wieder den Weg der Reinigung durchgehen.

Dieses Kapitel soll uns zum Nachdenken anregen. Wenn der Herr uns einen Dienst in die Herzen legt, dann gebt nicht gleich auf. Versucht nicht den Weg, den ihr schon gemacht habt, zurückzugehen, zweifelt nicht an seinem Wunsch für unseren Dienst. Andernfalls wird der Weg der Reinigung viel schwerer und belastender für euch sein. Nimmt euch nicht die Gelegenheit weg, eine unglaubliche Freude zu empfinden, wenn ihr euren Dienst unabhängig von Schwierigkeiten und Hindernissen weiterführt.

Der Herr soll euch segnen und Mut geben.

Vlad Treskunov