Der Himmlische Hirte wartet immer auf dich und reicht dir seine Hand!

DSCF4948Shalom, liebe Geschwister.
Ich möchte, dass wir eine Stelle aus der Schrift lesen: "Es nahten aber zu ihm alle Zöllner und Sünder, ihn zu hören; und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen. Er sprach aber zu ihnen dieses Gleichnis und sagte: Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eines von ihnen verloren hat, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es mit Freuden auf seine Schultern; und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und die Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, welche der Buße nicht bedürfen." (Lk.15:1-7)

Jetzt möchte ich euch fragen: wer von euch wurde noch nie von jemandem verraten? Und wie reagieren wir darauf, dass wir verraten werden?.. Es gibt verschiedene Reaktionen auf Verrat. Manchmal sagen wir: "Ich verzeihe ihm, aber hören, sehen, kennen und auch noch in einem Raum mit ihm sein, kann ich nicht. Oder: wenn ich ihn treffe, sage ich ihm sofort meine Meinung über ihn. Es gibt noch eine Möglichkeit: ich werde allen erzählen, wie "toll" er ist! Und es gibt noch viel mehr Möglichkeiten… Weil wir alle Menschen sind und auf Verrat sehr unorthodox reagieren können. Wir handeln im Ausbruch unsere Gefühle. Und das Traurigste ist, wenn wir denken, dass der Herr auf Verrat genauso reagiert. In unserem Leben haben wir fast gar nichts, mit dem wir das vergleichen könnten.

Ihr habt gerade die Geschichte vom verlorenen Schaf gelesen. Welche Art von Schafen? Über welche Art von Schafen reden wir? Beziehen wir das auf uns oder nicht? Die Schrift sagt uns sehr viel über Beziehung zwischen Gott und Menschen, wie die Beziehung von Hirten und Schafen. Heute ist das Bild des Hirten aus irgendeinem Grund negativ geworden. In unserer Vorstellung muss das unbedingt ein Mann ohne Bildung und intellektuelle Fähigkeiten sein. Aber vor 2000 Jahren war ein Hirte eine der angesehensten Personen. Israels König David war auch ein Hirte. In (Ps.23:1) spricht er: "Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln."

Und in der Geschichte, die im Lukasevangelium beschrieben ist, geht es nicht um einen körperlichen Hirten, sondern über Gott und die Menschen. Die Pharisäer waren von der Tatsache, dass Jeschua mit den Sündern war, empört. Deswegen sind sie zu Ihm gekommen, aber Jeschua hat ihnen das Gleichnis vom verlorenen Schaf erzählt.

Der Konflikt lag in der Tatsache, dass die Pharisäer sich nicht als Hirten im physischen Sinne betrachten wollten. Sie waren die Hirten seines Volkes, aber nicht physisch. Sie waren über allem, sie führten Israel geistlich, aber sie behandelten das Volk nicht wie die Hirten, die mit ihren Schafen leben, sie lieben und schätzen. Die Pharisäer waren Menschen, die in ihren Augen bereits sehr erfolgreich waren. Habt ihr schon einmal einen Menschen gesehen, der davon überzeugt ist, dass er in dieser Welt schon alles erreicht hat? Ich bin mir sicher, dass ihr solche Menschen schon gesehen habt. Sie sagen: "Und wenn du nicht erfolgreich bist, dann bist du nicht, wie wir." Und das ist ein sehr trauriges Bild, denn der Menschen, der sich selbst über andere stellt, kann nicht erhaben sein, bis er jemand Anderes loslässt...

Wir sprachen darüber, dass ein Schaf ein sehr interessantes Tier ist. Es kann nicht ohne andere Schafe und ihren Hirten existieren. Dies ist ein Herdentier. Ein Schaf in der Herde kann nicht über die anderen gestellt sein. Für den Hirten sind alle Schafe der Herde gleich. Und wir müssen in unserem Kopf die Hirten auf diejenigen, die Weidetieren hüten und die, denen heute das Hüten lebendiger Schafe anvertraut wurde, trennen.

Die Pharisäer haben Jeschua immer dafür beschuldigt, dass er seine ganze Zeit mit den Sündern verbracht hatte. Wo Jeschua auch nicht hingehen würde, gingen Ihm die Sünder immer in Scharen nach. Die Pharisäer glaubten, dass es unwürdig ist, dass Er sich vor ihnen erniedrigt.

Jeschua sagte: "Der HERR verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er ist langmütig gegen euch, da er nicht will, dass irgend welche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen." (2Petr.3:9) Wie behandeln wir die Schafe, die der Herr noch nicht gefunden hat? Die Schrift sagt, dass Er dieser Schafe wegen sehr geduldig ist. Und wie behandeln wir unsere Freunde, Verwandte, die noch nicht zu Gott gekommen sind, die sich nicht so benehmen, wie wir es wollen ... Aber unser gütiger Hirte ist langmütig zu uns. Und wie gehen wir vor? Leider unterteilen wir noch die Schafe auf die guten, die wie wir sind, und die schlechten. Aber Gott ist geduldig. Er opferte sein Leben nicht nur für die guten Schafe, sondern absolut für jeden. "Habe ich irgendwie Gefallen an dem Tode des Gesetzlosen, spricht der Herr, Jehova? nicht vielmehr daran, dass er von seinen Wegen umkehre und lebe?" (Hes.18:23)

Wenn wir etwas verlieren, und eine lange Zeit danach suchen und es dann schließlich finden, empfinden wir eine große Freude. Um Gott zu vertrauen, muss man nicht unbedingt ein zu unintelligentes Schaf sein. Um Ihm zu vertrauen, muss man nur Weisheit und Mut haben. Leider ist unser Volk heute nicht auf der Suche nach Gott...

Es gibt noch ein weiteres Merkmal des Schafes: es ist ihm immer egal, wer und wohin es führt. Es braucht nur Nahrung. Aber sobald es nichts mehr zum Fressen hat, hebt sie den Kopf, schaut sich um und beginnt herumzulaufen, auf der Suche nach Nahrung. Und so kann sie überall hin wandern. Aber unser Volk und auch andere sind jetzt satt und heben leider nicht ihren Kopf, zumindest in dem Land, in dem ich lebe. Wo ist die Erweckung heute oder in den letzten 15-20 Jahren vorgekommen? In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, in den 90-er Jahren. Warum? Da gab es nichts in den Läden. Und die Menschen hoben ihre Köpfe und begannen zu denken.

Die größten Erweckungen sind heute in China, Afrika und Indien. Diese Schafe suchen heute nach ihrem Hirten.

Jesaja sagt: "Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns ein jeder auf seinen Weg; und Jehova hat ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit." (Jes.53:6) Gott offenbarte Jesaja, und vielleicht sah er eine Vision dessen, dass wir wirklich wie die Schafe gingen, nur die Gesichter waren unsere. Er sah, dass jeder Mensch und nicht nur Israel ein Pastor braucht.

Wisst ihr, dass in Israel heute Schafe und Ziegen zusammen weiden? Der Kiefer vom Schaf ist so erschaffen, dass es das Gras nicht bis zum Ende frisst, doch die Ziegen fressen alles. Deshalb weiden sie gemeinsam. Überraschenderweise sind die Ziegen unabhängiger als Schafe. Sie sind frei und können von selbst gehen. Sie grasen in der Nähe, sind aber nicht Teil der Herde.

Ihr habt bestimmt darauf geachtet, dass in fast allen Gemeinden, die Zahl der älteren Menschen größer ist als der jüngeren. Warum? Da wir im Laufe der Jahre erkennen, dass alles gar nicht so einfach im Leben ist, und dass wir alleine nichts tun können. Und unser himmlischer Hirte ist immer auf der Suche nach solchen Schafen.

Lasst uns jetzt mal uns an Stelle dieses Hirten vorstellen: am Ende eines anstrengenden Tags kommt ihr und bringt die Schafe zurück, und beim Zählen entdeckt ihr, dass eines fehlt. Und ihr müsst alle 99 Schafe zurücklassen und ins Unbekannte gehen, um dieses einzige Schaf zu suchen. Erneut geht ihr in der Nacht auf die Weide, um dieses einzige verlorene Schaf zu finden. Was ist eure erste Reaktion, wenn ihr es findet? Ja, natürlich gibt es Freude, aber jetzt nicht so vollkommene.

"Und wenn er es gefunden hat, so legt er es mit Freuden auf seine Schultern; und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und die Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war." (Luk.15:5-6). Unser himmlischer Hirte unterscheidet sich von uns, den irdischen Hirten. Hirten nehmen üblicherweise Schafe nicht mit in das Haus und rufen nicht Gäste zusammen, um eine Entdeckung zu feiern. Und unser himmlischer Hirte nimmt es gerne in Seine Arme und trägt es. Die Schrift sagt: "Ich sage euch: Also wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, welche der Buße nicht bedürfen." (Luk.15: 7). Hier geht es überhaupt nicht um Tiere, sondern um uns - Sünder, die der Herr nach langer Suche gefunden hat.

Aber leider werden nicht alle "Schafe" gefunden. Wie ich mir wünsche und ich denke, ihr auch, dass alle Schafe auf dieser Welt gefunden werden. Aber wir wissen, dass es leider nie passieren wird. Schafe von Haus Judas und Israel, für die der Neue Bund geschlossen wurde, werden zu Gott als eine Nation in den letzten Tagen kommen, nach der großen Schlacht, die Harmagedon genannt wird. Erst nachdem nur ein Drittel von Israel übrig bleiben wird, werden die Schafe des Hauses Judas sich zu Gott wenden.

Also, was hindert, was sind die Gründe, aus denen die Schafe ihren Hirten nicht finden können? Heute können wir nicht alle Gründe betrachten. Aber der wichtigste Grund ist, dass die Schafe nicht wissen, dass sie einen Hirten haben. Sie stürzen von einer Grube zur anderen, taumeln von einem Extrem zum anderen. Aber ihr wisst, dass der Herr hat uns, den gefundenen Schafen, die Aufgabe gegeben hat, den Verlorenen über die Tatsache zu erzählen, dass sie einen Hirten und eine Chance zur Rückkehr haben. Wir müssen erzählen, dass Er - der mächtige Hirte - sie heute erwartet. Und wenn du nicht wiederkommen wirst, werden auf dich noch mehr Probleme und Verwirrung warten.

Noch ein Grund, aus dem die Schafe nicht gefunden werden, ist Selbstverurteilung. Wenn die Leute schon etwas angestellt haben, können sie nicht glauben, dass es einen Hirten gibt, der ihnen vergeben kann, der sie in seine Hände nehmen, nach Hause tragen und sich darüber freuen wird.

Ein weiterer Grund ist das falsche Verständnis von Gott. Viele Menschen, die wir in unsere Gemeinde einladen, schauen mit Misstrauen auf alles, was geschieht und suchen eine Art von Trick. Der nächste Grund - ist der Stolz. Stolz macht uns unbewusst, dass wir Schafe sind. Viele sagen: "Wir waren schon in dem Gottesdienst und haben alles gesehen. Warum müssen wir jeden Samstag dorthin gehen?" Und es geht hier nicht nur um die Schafe, die den Hirten überhaupt nicht kannten, sondern auch um die, die etwas über den Hirten hörten, mit Ihm waren, und dann weggegangen sind. Noch ein sehr wichtiger Grund ist Unversöhnlichkeit. Dies ist eine sehr schreckliche Sache, die uns zerstört, nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich. Und wenn der Hirte sich uns offenbart und uns die Hand reicht, können wir nicht glauben, dass Er uns jetzt ohne Verurteilungen, Vorwürfe, dass wir Ihn verraten haben, aufnehmen wird.

Der gute Hirte ist einer, der seine Schafe nie verlässt, weil er weiß, dass sobald er dem Schaf Seinen Rücken zudreht und von ihm weggeht, kann man das Schaf als bereits tot angesehen. Und auf dieses Schaf warten jetzt nur noch Wölfe.

Und wenn Sie sich sicher sind, dass Sie zu Gottes Schafherde gehören, aber irgendwann von Ihm weggingen, dann müssen Sie wissen, dass unser himmlischer Hirte immer auf Sie wartet und Ihnen seine Hand reicht.

Seid gesegnet!

Dmitry Siroy