Schabbat Schalom! Rechtfertigung durch das Gesetz oder durch den Glauben?

Warum denken die Leute, dass die Juden durch das Gesetz sich rechtfertigen wollen? Die Tora zeigt, dass man sich immer durch den Glauben rechtfertigt. Interessant ist,DSCF7468 dass diese Beschuldigungen schon seit dem 1.Jh existieren. Die Juden wurden beschuldigt und es wurde gesagt: Ihr hier versucht die Gebote einzuhalten, aber das brauchen wir nicht.

Den wöchentlichen Abschnitt „Ki Teitzei“ lesend, hab ich mir gedacht: Wie kann man sich mit dem Gesetz rechtfertigen? Und ich hab probiert, während ich einige Stellen aus der Bibel gelesen habe, mich gedanklich zu rechtfertigen.

Zum Beispiel, in einem wöchentlichem Kapitel steht: „Du sollst nicht ackern zugleich mit einem Ochsen und Esel.“ (5.Mose 22:10). Wie soll ich mich damit rechtfertigen? Oder: „Du sollst deinen Weinberg nicht mit mancherlei besäen, daß nicht dem Heiligtum verfalle die Fülle, der Same, den du gesät hast, samt dem Ertrage des Weinbergs.“ (5.Mose 22:9) Wie rechtfertige ich mich persönlich mit diesem Gebot?

Die heute Bibelstelle, auf welche ich euch heute besonders aufmerksam machen möchte, ist: „Wenn du in einen Streit ziehst wider deine Feinde, und der HERR, dein Gott, gibt sie dir in deine Hände, daß du ihre Gefangenen wegführst, und siehst unter den Gefangenen ein schönes Weib und hast Lust zu ihr, daß du sie zum Weibe nehmest, so führe sie in dein Haus und laß sie ihr Haar abscheren und ihre Nägel beschneiden“ (5.Mose 21:10-12). Übrigens, im Original steht, dass die Haare ab geschert werden und die Nägel nicht geschnitten werden.

Aber der Sinn dahinter bleibt derselbe: Du hast eine Frau gesehen, sie hat dir gefallen, du führst sie ins Haus – du muss sie vollkommen umziehen, schneidest ihr eine Glatze. Und nach einem Monat, wenn sie dir immer noch gefallen würde, dann muss die Frau deinen Glauben annehmen, und du kannst sie zur Ehe [nehmen] und laß sie dein Weib sein (Vers 13). Aber warum muss man einen Monat warten?

Ich lese diese Stellen und sehe, dass die Tora nicht dazu gegeben ist sich zu rechtfertigen. Es gibt rationale und irrationale Gebote. Es gibt Gebote, welche du begründen kannst und es gibt welche, die du nicht begründen kannst. „Du sollst nicht ackern zugleich mit einem Ochsen und Esel“ (5.Mose 22:10) – irrationales Gebot. Keiner weiß warum man dies nicht darf.

Aber das, was wir über die Frau lesen, welche von den Stämmen während eines Krieges genommen wurde, ist ein rationales Gebot. Wie verlieben sich eine Frau und ein Mann? Plötzlich, aus dem Nichts, ist auch nicht so wichtig, wie der andere aussieht, in wen du dich verliebst – aber das Herz arbeitet schon. Darum sagt die Tora, dass du in einer solchen Situation nicht nach deinen Emotionen handeln sollst, denn du sollst eine Beziehung auf einer rationalen und logischen Überlegung aufbauen: Du sollst dir diese Frau innerhalb eines Monats ansehen – ohne Haare auf dem Kopf, mit großen Nägeln, ohne Schmuck, ihr Eltern beweinend. Und wenn diese Frau wirklich deine Liebe ist, und keine Liebe ist, welche auf Emotionen aufgebaut ist, dann erlaubt die Tora sie zu heiraten.

Wie soll man sich damit rechtfertigen?

Die Tora ist ein Buch des Lebens, welche Gebote beinhaltet, wie man sich ein verschiedenen Lebenssituationen verhalten sollte, um vor Gott richtig zu sein und ein normales und natürliches Leben zu leben. Nicht um sich zu rechtfertigen vor Ihm, denn für dich persönlich ist der Herr auf die Erde gekommen damit du gerecht sein kannst, die Tora vom Himmel geholt, um uns zu zeigen wie man richtig lebt, wohin wir gehen müssen, weil wir uns nicht durch unsere Taten rechtfertigen, sondern durch unseren Glauben.

Schabbat Schalom!

Dmitriy Siroy