Talmud und Jeschua. Dmitrij Siroy

Ich will aus der Schrift ein sehr altertümliches Gebet vorlesen: «So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich1-DSCF3768 komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.  Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.  Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.  Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.» (Matthäus 6:9-13). 

Es ist ein sehr altertümliches Gebet, ungeachtet dessen, dass es bei uns im  s.g.  Neuen Testament aufgezeichnet ist. Jeschua unterrichtet seine Schüler und sagt ihnen, dass sie mit diesem Gebet betten sollen. Lasst uns nachdenken: War es vor oder nach dem Neuen Bund? 

Es gibt eine Lehre über den Tod Jeschuas, über Sein Blut, aber es ist noch nicht der Neue Bund. Der Neue Bund begann, als Er auferstanden ist. Ist der Neue Bund schon zu Ende gegangen? In welchem Bund leben wir? Im irgendwelchen, eigenartigen, letzten Bund ? Nein. Wir leben heute in diesem Neuen Bund. 

Betrachten wir diese Verse näher: «Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.». In Talmud, der ungefähr im 3.-4. Jahrhundert unserer Ära aufgezeichnet war, steht es in einem seiner Traktate geschrieben: «Gott verhält sich zu uns so, wie wir uns zu anderen Menschen verhalten». 

Ich denke, dass die Menschen, die den Talmud geschrieben haben, das Neue Testament niemals lasen. Außerdem wollten sie es nicht lesen, sie lasen es bewusst nicht, weil es damals verboten war. Aber in Talmud stehen neutestamentliche Wahrheiten. Oder etwa keine neutestamentliche Wahrheiten? 

Lasst uns nachdenken, ob überhaupt eine solche Bezeichnung richtig ist? Leider, wird uns heute gelehrt das Alte Testament (wieder die falsche Bezeichnung) und das Neue Testament der Schrift zu teilen. Heute sagt das Judentum uns, dass wir uns von ihnen entfernen sollen, denn sie wollen nichts gemeinsam  mit uns haben. Die Christen wiederum sagen uns, dass wir uns auch von ihnen entfernen sollen, denn sie wollen nichts mit den jüdischen Dingen gemeinsam haben. 

In Wirklichkeit haben beide dieselbe Lehre, aber doch gibt es einen kleinen Unterschied. Dieser Unterschied besteht in der Beziehung zu Jeschua, dem Messias, zu Seinem Opfer, zu dem Heiligen Geist. Und diese Begriffe öffneten sich uns in den Tagen, in denen wir Schawuot feierten.