Essays

Die Omer-Tage.

DSCF6772Ich möchte euch eine Frage stellen: Was versteht ihr unter dem Wort „Leben“, woraus besteht dies?

Ja. Das Leben – ist Alles. Das sind Ereignisse, welche wir erleben, das sind Leute, welche um uns herum sind. Das Leben besteht aus Kommunikation, Atmung, also ein riesiges Konzept aus Sachen und Ereignissen.

Und, nachdenkend, fühlte ich mich einmal für mich und realisierte, dass das Leben – das ist noch die Zeit. Das bedeutet, dass das Leben der Zeit gleicht. Und die Zeit gleicht dem Leben. Und ich habe angefangen mich unwohl zu fühlen für die Zeit, welche schon hinter mir liegt.

Und ich habe mich an die Worte aus dem Buch der Prediger.

„1 Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit:

2 Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit; Pflanzen hat seine Zeit, und das Gepflanzte ausreißen hat seine Zeit;

3 Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit; Zerstören hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit;

4 Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit; Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit;

5 Steine schleudern hat seine Zeit, und Steine sammeln hat seine Zeit; Umarmen hat seine Zeit, und sich der Umarmung enthalten hat auch seine Zeit;

6 Suchen hat seine Zeit, und Verlieren hat seine Zeit; Aufbewahren hat seine Zeit, und Wegwerfen hat seine Zeit;

7 Zerreißen hat seine Zeit, und Flicken hat seine Zeit; Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit;

8 Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit; Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit.“ (Prediger 3:1-8)

Das ist unser Leben. Es besteht nur aus kurzen zeitlichen Ereignissen, welche sich auf unser Leben auswirken und unser Verhältnis zu Gott auswirken.

Wenn es uns in der Kindheit vorkam, dass die Zeit sich hinauszögert und wir schnell Erwachsen werden wollten, dann haben wir heute das Gefühl, dass die Zeit uns davon läuft.

Pessach ist nun zu Ende – die Omer-Zählung hat nun angefangen – 49 Zahlen, 49 Tage, 49 Schritte – ist das viel oder wenig? Nun werden wir schon am 30. Mai Schawuot feiern.

Und es ist wichtig, was haben wir in dieser kurzen Zeit für uns gemacht, für unser Herz, was haben wir neu für unseren Geit geöffnet, was haben wir neu in der Schrift für uns entdeckt, was haben wir für einander gemacht, weil Gott uns alle zusammen in diese Gemeinde gebracht hat, wie in eine große und vereinte Familie. Wünschen wir uns gegenseitig Schalom, wie Gott ihn uns wünscht? Wollen wir die Zeit, welche wir von Gott bekommen haben richtig einteilen?

 Lasst uns darüber nachdenken an den Omer-Tagen.

Wlad Treskunov

Glück und Segen. Vlad Treskunov

Alle Worte, die von uns ausgesprochen werden, haben eine gewisse Gewichtung und Bedeutung. Im 4.Buch Mose 30.Kapitel steht: „Und Mose sagte den Kindern Israel alles,3560 500x375 was ihm der HERR geboten hatte. Und Mose redete mit den Fürsten der Stämme der Kinder Israel und sprach: das ist's, was der HERR geboten hat: Wenn jemand dem HERRN ein Gelübde tut oder einen Eid schwört, dass er seine Seele verbindet, der soll sein Wort nicht aufheben, sondern alles tun, wie es zu seinem Munde ist ausgegangen.“ (4.Mose 30:1-3).

Wir verwenden leider oft Wörter, welche wir nicht brauchen, den so genannten „verbalen Müll“. Wir geben Versprechen, ohne darüber im Klaren zu sein welche Verantwortung wir damit auf uns nehmen. Wir gebrauchen Worte, welche wir nicht gebrauchen sollten. Dies hat eine gewisse Gewichtung.

Gott möchte, dass wir Verantwortung für das Gesprochene übernehmen.

Diejenigen, die Antwerpen bereisen, müssen unbedingt das berühmte Diamantenviertel der Juden besuchen. Dort gibt es weltweit die meisten auf Diamanten basierenden Geschäfte, Handwerker und Marklerbüros.

Wie verlaufen dort die Abmachungen? Der Verkäufer und der Käufer treffen sich. Der Käufer sucht sich einen Diamanten aus, daraufhin wird er zur Seite gelegt und beide sagen sich gegenseitig „Masal u Braha“ – Glück und Segen. Das ist auch Alles! Wenn ihr denkt, dass dort Verträge unterschrieben werden, dann irrt ihr euch. Der Handel ist abgeschlossen. Und die mündliche Abmachung ist unzerbrechlich. In Antwerpen gab es noch keinen Betrugsfall, da jeder die Verantwortung für sein Wort hält.

Sind wir bereit für jeder unserer Worte „Masal u Braha“ zu sagen? Sind wir bereit mit unseren Taten unser Wort zu unterstützen? Das ist für uns schwierig.

Wir erinnern uns an die Worte aus dem 3.Vers „Wenn jemand dem HERRN ein Gelübde tut oder einen Eid schwört, dass er seine Seele verbindet, der soll sein Wort nicht aufheben, sondern alles tun, wie es zu seinem Munde ist ausgegangen“. Gilt dies jetzt nur für die Ältesten und den Pastor und die anderen nicht?

Jeder von uns ist zum Teil ein Leiter. Zu Hause, auf der Arbeit oder in der Gemeinde. Deshalb ist es wichtig, sich an seine Versprechen zu erinnern.

 

Wir sind zur Freiheit berufen!

Ich möchte heute eine Stelle aus dem Paulusbrief an die Galater lesen. Wisst ihr eigentlich, dass Galater Heiden waren, welche sich später im Glauben an Jeschua MessiasDSCF5403 001 bekehrt haben.

Davor hatten sie ein heidnisches Leben geführt und sie beteten ihre heidnischen Götter an. Und dann kam der Tag, an dem Gott sie berührt hat und plötzlich glaubten sie an den einen Gott.

Aber wie soll man jetzt leben? Wohin soll man gehen? Wie soll man jetzt sein Leben gestalten und was soll man jetzt feiern? Alles das wussten sie nicht.

Paulus lehrt sie in seinem Brief: „Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen! Allein sehet zu, dass ihr durch die Freiheit dem Fleisch nicht Raum gebet; sondern durch die Liebe diene einer dem andern.“ (Gal. 5:13) Wir hören oft wunderbare Reden über Freiheit, aber wir sehen keine wunderbaren Früchte dieser Freiheit in unserer Welt.

Was ist nun überhaupt Freiheit? Die meisten Menschen definieren Freiheit so: „Ich kann tun und lassen was ich will“.

Paulus klärt auf, die Brüder sind zur Freiheit berufen. Aber nicht zu der Freiheit, welche in der Welt ist, sondern zur biblischen Freiheit: man ist frei in seiner Liebe dem anderen zu dienen, man ist frei die biblischen Feste zu feiern. Das heißt auch, dass man offen vor Gott wandern kann. Und nicht so wie Kain, welcher seinen Bruder erschlagen hat und dann mit gesenktem Haupt vor Gott wanderte. Frei hinauf zu Gott schauen und verstehen, dass Gott, der die Erde und die Himmel erschaffen hat dich liebt und will, dass dein Herz frei für Ihn ist.

Jeden Samstag haben wir die Möglichkeit ein großartiges freies Fest zu feiern – den Schabat, welchen Gott der ganzen Welt gegeben hat. Und wir sind frei in diesem!

Schabat Schalom!

Dmitriy Siroy

Wie erfüllt man die Gebote? Dmitriy Siroy

 DSCF9413Ich möchte sofort mit der Schrift beginnen und euch fragen, aus welcher Stelle in der Bibel diese Verse, diese heilige Wahrheit stammen: „du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Ich bin der Herr“? Sie stammen aus dem 3.Mose 19:18.

Dabei handelt es sich um die wöchentliche Thoralesung „Kedoschim“ (Heilig), 3.mose 19:1 – 20:27, woraus ich auch diesen Bibelvers habe. Es geht hier um die Gebote der Thora. Hier werden auf wunderbare Weise die Gebote über die Liebe zu Gott und zum Nächsten miteinander verflochten. Hieraus wird deutlich, dass es unmöglich ist Gott zu lieben, wenn man seinen Nächsten nicht liebt. Es ist auch anders herum nicht möglich.

Die wöchentliche Thoralesung zeigt uns auch, dass es keine vorrangigen Gebote gibt. Alle Gebote sind gleich wichtig. Es ist auch gleich wichtig alle Gebote Gottes zu erfüllen.

Jede Woche treffen wir uns, die Gemeinde „Beit Hesed“, um Schabbat zu feiern. Aber es gibt Menschen, die eine andere Meinung haben. Sie denken, dass es sinnlos ist zum Gottesdienst zu kommen, denn sie können doch auch zuhause Gott und ihren Nächsten lieben.

Jeschua sagt uns: „Wer meine Gebote annimmt und sie befolgt, der liebt mich wirklich. Und wer mich liebt, den wird mein Vater lieben. Auch ich werde ihn lieben und ihm meine Herrlichkeit offenbaren.“ (Johannes 14:21) Wie können wir die Gebote befolgen, wenn wir zuhause sitzen? Wie können wir unseren Nächsten lieben? Wenn man zuhause sitzt und geht nicht zu den Menschen, dann konzentriert man sich nur auf sich selbst oder auf seine eigene Familie. Auf diese Weise wird das Gebot nicht erfüllt.

Die Liebe zu Gott zeigt sich im Äußeren, und wenn ihr das habt, dann habt ihr in eurem Haus auch Schalom.

Wenn wir uns also samstags zum Gottesdienst treffen, dann erfüllen wir das Gebot über die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Auf diese Weise erfüllen wir die ganze Thora, die ganze Schrift und Gebote, welche Gott jedem von uns gegeben hat.

 

Talmud und Jeschua. Dmitrij Siroy

Ich will aus der Schrift ein sehr altertümliches Gebet vorlesen: «So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich1-DSCF3768 komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.  Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.  Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.  Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.» (Matthäus 6:9-13). 

Es ist ein sehr altertümliches Gebet, ungeachtet dessen, dass es bei uns im  s.g.  Neuen Testament aufgezeichnet ist. Jeschua unterrichtet seine Schüler und sagt ihnen, dass sie mit diesem Gebet betten sollen. Lasst uns nachdenken: War es vor oder nach dem Neuen Bund? 

Es gibt eine Lehre über den Tod Jeschuas, über Sein Blut, aber es ist noch nicht der Neue Bund. Der Neue Bund begann, als Er auferstanden ist. Ist der Neue Bund schon zu Ende gegangen? In welchem Bund leben wir? Im irgendwelchen, eigenartigen, letzten Bund ? Nein. Wir leben heute in diesem Neuen Bund. 

Betrachten wir diese Verse näher: «Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.». In Talmud, der ungefähr im 3.-4. Jahrhundert unserer Ära aufgezeichnet war, steht es in einem seiner Traktate geschrieben: «Gott verhält sich zu uns so, wie wir uns zu anderen Menschen verhalten». 

Ich denke, dass die Menschen, die den Talmud geschrieben haben, das Neue Testament niemals lasen. Außerdem wollten sie es nicht lesen, sie lasen es bewusst nicht, weil es damals verboten war. Aber in Talmud stehen neutestamentliche Wahrheiten. Oder etwa keine neutestamentliche Wahrheiten? 

Lasst uns nachdenken, ob überhaupt eine solche Bezeichnung richtig ist? Leider, wird uns heute gelehrt das Alte Testament (wieder die falsche Bezeichnung) und das Neue Testament der Schrift zu teilen. Heute sagt das Judentum uns, dass wir uns von ihnen entfernen sollen, denn sie wollen nichts gemeinsam  mit uns haben. Die Christen wiederum sagen uns, dass wir uns auch von ihnen entfernen sollen, denn sie wollen nichts mit den jüdischen Dingen gemeinsam haben. 

In Wirklichkeit haben beide dieselbe Lehre, aber doch gibt es einen kleinen Unterschied. Dieser Unterschied besteht in der Beziehung zu Jeschua, dem Messias, zu Seinem Opfer, zu dem Heiligen Geist. Und diese Begriffe öffneten sich uns in den Tagen, in denen wir Schawuot feierten.